Wie Unterscheiden sich die verschiedenen Holzarten?

Rundholz

Verschiedene Holzarten - verschiedene Eigenschaften, das leuchtet ein. Aber wie genau unterscheiden sich die verschiedenen Holzarten voneinander? Die wichtigsten Unterschiede, die man als Verbraucher kennen sollte, sind hier zusammengefasst (wobei es natürlich auch weitere Details gibt, die aber nur der Fachmann kennen muss):

  • Herkunft: Tatsächlich sollte man als Käufer immer die Herkunft des Holzes erfragen. Holz aus kontrolliertem Anbau ist ganz klar gegenüber Holz aus Rodungen der Regenwälder ethisch vorzuziehen - der Gedanke, dass für den eigenen Fußboden der Lebensraum bedrohter Arten zerstört und das Klima der Welt mutwillig in Gefahr gebracht wurde ist doch eher unangenehm. Lassen sie sich am Besten vom Händler Ihres Vertrauens beraten, welche Art Holz aus welchen Regionen der Erde Sie guten Gewissens verarbeiten können. Auch kann schon eine kurze Recherche im Internet weiterhelfen, wenn Sie sich unsicher sind.
  • Holzfarbe: Natürlich sieht Holz nicht immer gleich aus. Die Farben von Holz unterscheiden sich von Art zu Art, wobei manche Arten in verschiedenen Färbungen erhältlich sind, andere nur in einer einzigen oder nur mit geringen Nuancen. Dies ist natürlich überaus vorteilhaft, da es eine große Menge von Variationsmöglichkeiten bei der Verwendung von Holz als Bodenbelag bietet: Von schwarzem Holz wie dem bekannten Ebenholz über verschiedene Brauntöne, rötliches Holz, auch grünlichem oder grauem, hellgelbem bis hin zu fast weißem Holz, die Farbskala der natürlichen Farben wird ausgereizt. Zusätzlich unterscheidet sich das Holz je nach Art natürlich auch in der Musterung und in den Einschlüssen (Äste und andere Einwüchse) - keine Diele und kein Stück Parkett gleicht dem anderen vollkommen. Durch die Kombination von Farben und Holzmaserung (und auch z.B. verschiedenen Verlegetechniken wie bei Parkett) erschließt sich also eine weite Vielfalt an Möglichkeiten, dem Wohnzimmer, dem Flur, dem Schlafzimmer oder der Terrasse ein ganz eigenes Aussehen zu verleihen und auf eigene Farbideen einzugehen.
  • Härte: Die Härte verschiedener Hölzer unterscheidet sich selbstverständlich auch. Einige Hölzer (wie zum Beispiel Kiefer) sind eher weich, wohingegen andere (etwa exotische Hölzer wie Teak) fast so hart wie Stein sein können, und so gewöhnlich auch größere Widerstandskraft bieten (keineswegs immer, und auch weiche Hölzer werden an Orten großer Belastung verwendet, beispielsweise die weiche Douglasie für Eisenbahnschwellen)
  • Widerstandfähigkeit/Resistenz: Während Böden im Wohnzimmer auch aus weicherem, feuchtigkeitsempfindlicheren Holz angefertigt werden können, ist für Böden, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, widerstandsfähigeres Holz von Nöten. Unempfindlichkeit gegenüber Pilz und Schädlingsbefall, geringe Entflammbarkeit und sogar Säurefestigkeit sind Eigenschaften, die manche Holzarten besitzen. Entsprechende Holzarten werden daher sogar in Labors oder an anderen Orten mit kritischen Belastungen verwendet.
  • Wärmeleitfähigkeit: Holz ist im allgemeinen ein schlechter Wärmeleiter, also ein guter Dämmstoff, aber da Holz nicht gleich Holz ist, unterscheidet es sich auch in diesem Punkt je nach Holzart. Natürlich ist geringere Wärmeleitfähigkeit zumeist besser (Fußbodenheizungen sollten nur unter Holz mit höherer Wärmeleitfähigkeit benutzt werden), da die effektive Dämmung von Holz und Dämmschicht viel Energie einsparen kann, die sonst durch die große Bodenfläche verloren gehen würde.
  • Hygroskopie: Die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen, ist allen Hölzer zueigen. Gewöhnlich stellt sie einen Vorteil da, da das Raumklima ausgeglichen wird, was dem Bewohner zugute kommt. In nassen Umgebungen (Terrasse, Balkon) ist es aber unbedingt notwendig, auf Holz wie Teak zurückzugreifen, weil dieses Holz kaum Feuchtigkeit aufnimmt und somit nicht aufquillt und den Boden verzerrt oder Wellen schlagen lässt (speziell Teak hat natürlich auch noch andere Vorteile).
  • Dichte: Auch in der Dichte gibt es deutliche Unterschiede sowohl zwischen den Arten als auch im Zustand von Holz. Die Dichte des Holzes ist vor allem zuerst eine Frage des "Alters", genauer gesagt, wie "frisch" das Holz ist. Unmittelbar nach der Fällung ist es noch sehr feucht, wenn es aber getrocknet und (zu diesem Zeitpunkt gewöhnlich auch schon) weiterverarbeitet wurde, nimmt die Dichte deutlich ab (wer einen Kamin hat, weiß, das feuchtes Holz schwerer ist, da es noch mehr Wasser enthält). Die Dichte von getrocknetem Holz unterscheidet sich von Art zu Art nur geringfügig (meist etwa 1,5 g/cm³), nur bei feuchtem Holz gibt es zum Teil große Unterschiede. Da die Dichte mit den meisten anderen technischen Eigenschaften des Holzes zusammenhängt, wird sie zur Bestimmung der Holzgüte benutzt (s.a. "Holzgüte")
  • Holzgüte: Die Holzgüte ist eigentlich keine Eigenschaft des Holzes, soll hier aber trotzdem Erwähnung finden, da nach ihr Hölzer aller Art beurteilt werden. Die Holzgüte ist eine genormte Skala, um verschiedene Fehler des Holzes zusammenzuziehen und das betreffende Holz insgesamt zu bewerten. Als Fehler im Holz gilt u.a. verdrehter Wuchs, starke Beastung, Verfärbungen, Risse und starke Verharzung, also alle Einflüsse, die das Holz unansehnlicher oder schwerer zu bearbeiten machen. Generell ist Holz von höherer Güte auch hochpreisiger, dafür aber auch von höherer Qualität - trotzdem sollte man sich erklären lassen, wie in einem speziellen Fall die Holzgüte zustandekommt (nicht jeder stört sich schließlich an Asteinschlüssen, dafür aber an Verfärbungen etc.). Sollten Sie Holzspielzeug verschenken wollen oder für ihre eigenen Kinder kaufen, ist ebenso auf eine geringe Splitterbildung zwingend zu achten.